PROGRAMM DES GESCHICHTS- UND MUSEUMSVEREINS LOHR A. MAIN E. V.
2. Halbjahr 2026
– Der Zutritt zu allen Veranstaltungen ist frei! –
Heimat und Geschichte der VHS Lohr-Gemünden
Leiter: Karl-Heinz Schroll
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Entwicklung von Lohrer Vereinen, die ab den 1960er Jahren entstanden. Dargestellt werden Details über das Bayersturmfest, den Reitverein, die Versehrtensportgruppe, den Sport-Boot-Club, den Fotoclub von Bosch-Rexroth, die Lebenshilfe e.V. und die Arbeiterwohlfahrt mit Schwerpunkt Jugendzentrum. Auch die Veränderungen in der Betreuung der älteren Menschen, zum Beispiel beim Ökumenischen Altenwerk, werden untersucht. Zudem wird der Blick auf die Zusammenschlüsse der Flüchtlinge und Vertriebenen gerichtet. Wir interviewen Beteiligte. Die Suche nach aussagekräftigen Fotos zur Illustration ist Teil der Arbeit. Nicht nur Mitglieder und Freunde des Geschichts- und Museumsvereins, sondern alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich den erfahrenen Mitgliedern des Arbeitskreises anzuschließen. Sie werden Schritt für Schritt in die Erforschung der Lokalgeschichte eingeführt. Die zahlreichen Publikationen des Arbeitskreises, die in der Schriftenreihe des Geschichts- und Museumsvereins veröffentlicht werden, sind sicher allen bekannt.
Ab Montag, 21.09.2026, sechs Treffen, jeweils 19:30-21:00 Uhr, Lohr, Kirchplatz 9, Zi. 2.2
Erinnerungen an eine Kindheit auf den fürstlichen Forsthäusern Aurora und Karlshöhe
Lesung mit Eva Rockenmaier
Die Autorin liest aus ihrem Buch „Waldeinwärts“. Darin schildert sie über 21 Jahre ihrer Kindheit und Jugend auf den abgelegenen Forsthäusern Aurora und Karlshöhe. Als „Waldkind“, wie sie sich selbst bezeichnet, berichtet sie eindrucksvoll vom Alltag inmitten des Spessarts: vom täglichen Schulweg durch den Wald bei Wind und Wetter und frühmorgens bei Dunkelheit, von den Herausforderungen des Lebens ohne Strom und fernab der Ortschaften und von einer Welt, die auf der Karlshöhe längst vergangen ist. Wir Lohrer kennen dies nur vom Hörensagen von den Kindern, die früher auf Margarethenhof wohnten.
Dienstag, 13.10.2026, 19 Uhr, Altes Rathaus Lohr, Rathaussaal
Geschichte Rodenbachs
Referent: Rainer Kempf
Ausgangspunkt des reich bebilderten Vortrags ist die 700-jährige Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung von Rodenbach 1325, die 2025 gefeiert wurde. Die Geschichte Rodenbachs reicht jedoch viel weiter zurück. Besondere Aufmerksamkeit gilt einem bei Bauarbeiten entdeckten Steinbeil aus der Jungsteinzeit. Der Fund in einer mächtigen Ascheschicht weist auf eine frühe Besiedlung oder eine wiederkehrende Nutzung des Platzes über einen längeren Zeitraum hin.
Dienstag, 20. Oktober 2026, 19 Uhr, Alte Turnhalle Lohr, Gärtnerstraße 2
Vom „festen Haus“ zur Festung: Burgen am Main und im Spessart
Referent: Dr. Winfried Mogge
Weithin sichtbar über dem Maintal, aber auch verborgen im Spessartwald oder geschützt von Gewässern in der Ebene erheben sich Ketten von Burgen. Einige sind „unter Dach“ und noch genutzt, die meisten malerisch ruinös. Mancherorts erinnert jedoch nur noch ein Mauerrest oder ein Wall mit Graben im Gelände an den Standort einer untergegangenen Befestigung. Eine stattliche Reihe ehemaliger Burgen in Mainfranken wurde in den letzten Jahren archäologisch neu entdeckt. Die bauliche Vielfalt der Anlagen in unserer Region zeigt alles, was in Jahrhunderten errichtet wurde – vom „festen Haus“ oder dem Wohnturm einer kleinadeligen Familie neben ihrem Dorf über die voll entwickelte Adelsburg des Hochmittelalters bis zur mächtigen Festung der fürstbischöflichen Residenz. Eine Burg entstand nie durch Zufall an einem beliebigen Ort. Wer baute Burgen, wer lebte hier, wozu dienten diese multifunktionalen Häuser, wie und wie lange passten sie sich den wechselnden Bedürfnissen der Bewohner und dem Fortschritt der Waffentechnik an? Diesen Fragen geht der Historiker mit anschaulichen Beispielen nach.
Dienstag, 27. Oktober 2026, 19 Uhr, Alte Turnhalle Lohr, Gärtnerstraße 2
Filmabend im Mehlingskeller: „Ein stummer Hund will ich nicht sein“
Einführung: Dr. Wolfgang Vorwerk
Der Kinofilm „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ folgt dem Schicksal des katholischen Priesters Korbinian Aigner, der wegen seines Widerstands gegen das NS-Regime nach einigen Leidensstationen in den Gefängnissen Freising und Stadelheim und im KZ Sachsenhausen 1941 ins KZ Dachau kam und dort im gefürchteten Arbeitskommando „Kräutergarten“ zur Zwangsarbeit herangezogen wurde. Er hat das Lager überlebt, weil er dem tödlichen Grauen das Leben entgegengesetzt hat: Unentdeckt von der SS züchtete er zwischen den Baracken des KZ neue Apfelsorten. Eine dieser Sorten, Korbiniansapfel genannt, wird heute weltweit als Baum der Erinnerung gepflanzt. Der Film wird an dem Tag gezeigt, an dem auch in Lohr die Reichspogrom-Nacht vor den Augen der Bevölkerung das Fanal für das Ende der jüdischen Gemeinde setzte. Dr. Wolfgang Vorwerk wird zur Einführung an Werner Sylten erinnern, der in Lohr 1913 sein Abitur gemacht hat. Er war ebenfalls (evangelischer) Theologe und erlitt ein ähnliches Schicksal, ist aber von Dachau mit einem „Invalidentransport“ in die Tötungsanstalt Schloß Hartheim bei Linz deportiert und dort ermordet worden.
Mittwoch, 11. November 2026, 18 Uhr, Mehlingskeller
Mord hinterm Dom.
Romanbiographie
Referent: Dr. Theodor Ruf
Natürlich, eine alte Handschrift.
Ein Sensationsfund: Die Aufzeichnungen Konrads von Querfurt, um 1200 eine der wichtigsten Personen des Stauferreiches. Vertrauter von Friedrich Barbarossa und dessen Frau Beatrix und von deren Söhnen Kaiser Heinrich VI. und König Philipp, die er liebte und sie ihn, mehr vielleicht als nur das. Langjähriger Begleiter des Hofes, Miteroberer Siziliens, Kanzler und Kreuzzugfahrer, Bischof in Hildesheim und Würzburg, Freund und Feind von Innozenz III., dem übermächtigen Papst. Geliebter Wegbegleiter von Heinrichs Frau, der Kaiserin Konstanze von Sizilien, in Höhen und Tiefen. Verfechter von Recht und Gerechtigkeit mit der Folge, dass er am Ende mehr Feinde als Freunde hatte. Verriet er König Philipp, um das Reich zu retten? Hat man ihn deswegen 1202 hinter dem Würzburger Dom ermordet?
Dies ist seine wahre Geschichte.
Der Autor hat die Geschichte von Konrad von Würzburg 2024 in einer umfassenden wissenschaftlichen Arbeit dargestellt. Jetzt hat er sie in einen spannenden Roman umgestaltet, der nun erstmals in einer Lesung der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Exemplare sind an diesem Abend erhältlich.
270 Seiten | Klappenbroschur
Format 14 x 22,5 cm
voraussichtlicher Erscheinungstermin 17.11.2026
€ 18,00 | ISBN 978-3-8260-10176-1
€ 18,00 | eISBN 978-3-8260-10177-8
Lesung am Mittwoch, 25. November, 19.00 Uhr, Alte Turnhalle Lohr, Gärtnerstraße 2
Weitere Veranstaltung:
Thema: noch offen
Referent: noch offen
Dienstag, 1. Dezember 2026, 19 Uhr, Alte Turnhalle Lohr, Gärtnerstraße 2. Bitte die Presse oder unsere Homepage verfolgen!